NATURHEILKUNDE

Was ist Naturheilkunde?

Viele naturheilkundliche Therapieformen gehen von der bisher wissenschaftlich nicht bewiesenen Annahme aus, dass eine allen Organismen innewohnende natürliche Lebenskraft existiert, wie z.B. das sogenannte chinesische Qi, das indische Prana oder der Breath of Life in der Osteopathie. Hierunter wird eine natürliche Lebensenergie verstanden welche sämtliche Prozesse des Körpers, den Stoffwechsel, die Fortpflanzung, das Wachstum, alle notwendige Anpassungen und Interaktionen des Lebens koordiniert. Die unterschiedlichen Verfahren der Naturheilkunde favorisieren philosophisch meist einen ganzheitlich kausalen Ansatz in der Betrachtung des Menschen. Körper, Seele und Geist bilden eine untrennbare Einheit. Heilung soll hierbei weniger durch Einfluss auf den Patienten von außen, sondern eher durch eine Aktivierung der Selbstheilungskräfte des Körpers bewirkt werden. Aktuell muss die Betonung unbedingt auf „soll“ liegen, da entsprechende wissenschaftliche Beweise ausstehend sind. Es werden Methoden angewendet, die den komplexen Funktionen des Körpers und den Grundprinzipien der Natur entsprechen möchten.

Naturheilkunde wird heutzutage deshalb der sogenannten Alternativ- oder Komplementärmedizin zugeordnet. Das weite Feld der entsprechenden Behandlungsverfahren, die als Naturmedizin oder Volksheilkunde gelten, wird durch Selbstbehandlung oder in Begleitung von Heilpraktikern und naturheilkundlichen Ärzten betreten. Einige im Alltag sehr bekannte Maßnahmen der Selbstbehandlung sind z.B. Wadenwickel bei Fieber, Kräutertees bei Verdauungsbeschwerden, Selbstmassage bei Muskelproblemen, oder ein Ausflug ans Meer bei Allergie und Atemwegserkrankungen. Heilpraktiker und Ärzte haben diese Wissensgebiete professionalisiert und sich meist individuelle Teilbereiche zu Eigen gemacht. Beispielsweise gibt es Homöopathen, Kinesiologen, Kräuterkundige, Schamanen, Osteopathen, Akupunkteure, Anthroposophen oder Reflexzonentherapeuten, um ohne Wertung nur ein paar wenige Teildisziplinen zu nennen.
Die Naturheilkunde versucht möglichst erst die Natur, also die Ursache eines Problems zu verstehen. Sie war so bis ins 19. Jahrhundert eng mit der klassischen ärztlichen Behandlung verbunden. Erst mit der Entwicklung modernerer Diagnose und Behandlungsmethoden wandelte sich die Bedeutung des Begriffs und geriet mehr und mehr in eine medizinische Parallelwelt.

Die heutige Evidenz basierte Medizin ist eher statistisch, technisch, symptomorientiert und chemisch geprägt. Sie lässt viele der naturheilkundlichen Heilverfahren ohne vorhandene wissenschaftliche Wirkungsnachweise in einem zweifelhaften Licht erscheinen. Allerdings hat sie auch schon viele gute Anregungen geliefert und zu weiterem Nachdenken angeregt! Über Jahrhunderte gewachsenes Wissen und dessen Weitergabe innerhalb von Familien und Kulturkreisen verliert leider zunehmend an Bedeutung und Akzeptanz. Dabei hat doch nahezu jedes Volk weltweit eine individuelle Medizin entwickelt, die stark empirisch geprägt ist und nicht unbedingt umfassend wissenschaftlich überprüft werden konnte. Manchmal gibt es Gemeinsamkeiten, manchmal total gegensätzliche Betrachtungen und Maßnahmen für ein und dieselben Dinge. In der Regel besteht selten Klarheit darüber was nach heutigen Maßstäben bewiesenermaßen richtig ist.
Die Naturheilkunde hat Grenzen und aus unserer Sicht sind viele Errungenschaften der modernen Schulmedizin ein absoluter Gewinn und unverzichtbar für die Behandlung schwerwiegender Erkrankungen und Notfälle. Wünschenswert wäre mehr gegenseitiger Austausch. Bisher ist längst nicht alles messbar und begreifbar, aber manchmal phänomenologisch bereits beschrieben und verlangt zunächst nach Vertrauen.
In der Praxis bedeutet dies für Interessierte heutzutage erhebliche Unterschiede in Verfügbarkeit, Anwendung, Akzeptanz und natürlich für das Erstattungsverhalten durch die privaten und gesetzlichen Krankenkassen.



Welche Verfahren setzen wir in der Praxis ein und warum?

Welche therapeutischen Verfahren aus dem riesigen Gebiet der Naturheilkunde eingesetzt werden obliegt grundsätzlich jedem Therapeuten eigenverantwortlich selbst. Wir setzen nur auf Verfahren in denen wir über eine fundierte Ausbildung und Erfahrung verfügen. Entsprechend sind ergänzend zur Osteopathie, die Pflanzenheilkunde, Ernährungsmedizin, Horvi-Enzymtherapie und die Lüscher-Color-Diagnostik unser Weg. Außerdem haben wir über die Jahre ein Netzwerk aufgebaut welches an unsere Grenzen anknüpft und uns im Sinne des Patienten unterstützt, erweitert und ergänzt.

Was ist Pflanzenheilkunde?

Die Pflanzenheilkunde oder Phytotherapie gehört zu den großen und ältesten Ansätzen in der Naturheilkunde weltweit. In Europa ist Hildegard von Bingen eine der bekanntesten Persönlichkeiten aus diesem Bereich. Verwendet werden die wirksamen Bestandteile von verschiedensten Pflanzen. Beispielsweis gehören dazu nicht nur klassische Kräuter, sondern auch Bäume, deren Harz, Gräser, Pilze, Beeren, Blumen und Wurzeln. Daraus können Tee, Extrakte, Pulver, Tinkturen, Salben oder Öle gewonnen und angewendet werden.
Die Phytotherapie bietet für uns eine ideale Ergänzung zur grundlegenden Ernährungsberatung. Sie kann dem Menschen oft ganz einfach wertvollen Beistand leisten, der Redensart folgend „Gegen alles ist ein Kraut gewachsen“. Der individuelle und bedarfsgerechte Einsatz entsprechender Verhaltensmaßnahmen und Therapeutika zum richtigen Zeitpunkt sind der Schlüssel.

Was ist unser Ansatz in der Ernährungsberatung?

Ernährungsberatung ist ein zunehmend notwendiger gewordener Bestandteil unserer Praxis. Viel praktisches Basiswissen ist durch veränderte Familienstrukturen nicht mehr, oder nur in Bruchstücken weitergegeben worden. Das reicht von nicht mehr erworbenen Fertigkeiten in der Küche, bis hin zu dem Nichtvorhandensein eines Basisrepertoirs an Rezepten. Durch die moderne Medienlandschaft wird es außerdem für den Menschen zunehmend schwerer zu unterscheiden und beurteilen welche Grundsätze es zu beachten gilt und welche Wertigkeit sie haben sollten. Die schnelle und relativ preiswert erscheinende Verfügbarkeit von Fertiggerichten unterschiedlichster Ausrichtungen und Qualität hinterlässt diesbezüglich zusätzlich viel Verwirrung. Werbung und Empfehlungen für ein Leben auf der essenstechnischen Überholspur reichen vom Säugling bis zum Senior und versprechen ein scheinbar „unsterbliches“, glückliches und schmerzfreies Leben! Ergänzend und der Konfusion noch weiter zutragend kommen unterschiedlichste politische Grundhaltungen, Lebensphilosophien und deren manchmal extremes Ausleben mit entsprechenden Folgen hinzu.
Unsere Sicht der Ernährungsmedizin basiert vor allem auf Natürlichkeit und Nachhaltigkeit. Dies bezieht sich auf die Betrachtung der Lebensmittel genauso, wie auf die individuelle Bedarfsermittlung. In Europa gewinnen Ansätze der klassischen chinesischen Medizin und aus dem Bereich der indischen Ayurveda zunehmend an Boden. Jedoch wissen wir mittlerweile häufig mehr über diese als über unsere europäische Essenskultur.

Das erste Augenmerk unserer Herangehensweise ist die Aufklärung zur Vermeidung von Fehlern und der Klärung des individuellen natürlichen Bedarfs. Monoernährung, also mangelnde Vielfalt und Abwechslung, kann genauso tragweite Folgen haben wie ein falsches Timing. Erst wenn ein Grundverständnis und eine konsequente Umsetzung angeregt werden konnte, kann sinnvoll und nachhaltig auf spezifische Probleme wie Über- oder Untergewicht oder spezielle Krankheitsbilder eingegangen werden. An diesem Punkt angelangt lassen wir uns gerne durch entsprechend geschulte Kollegen, Ökotrophologen oder Ärzte, ergänzen und ziehen auch differenzierte Laboranalysen in Betracht. Nahrungsergänzungsmittel welche heutzutage für alles und jeden erhältlich sind schließen wir kategorisch nicht aus, prüfen aber vor deren Einsatz den echten Bedarf und seine alternative Verfügbarkeit in der alltäglichen Ernährung. Vor allem versuchen wir Patienten am Anfang vor blindem Aktionismus. Das spart in der Regel nicht nur Geld, sondern kann durch den einhergehenden Wissensgewinn echt Spaß machen. Denn selbstverständlich gibt es mittlerweile auch hier für alles sehr effektive Werbung, Produktserien und Literatur an jeder Ecke. Geduld, Wissen und die Bereitschaft zur Konsequenz sind die eigentlichen Erfolgsgaranten.

Was ist die Horvi Enzymtherapie nach Dr. Waldemar Diesing?

Die Horvi-Enzym-Therapie (HET) ist eine alternativmedizinische Therapie mit so genannten Horvi-Enzymen, die aus Schlangengiften und anderen tierischen Giften hergestellt werden. Die Methode wurde in den 1930er Jahren durch den Chemiker Waldemar Diesing entwickelt. Er isolierte Gifte von Schlangen, Spinnen, Skorpionen und anderen giftigen Tierarten und gewann daraus bestimmte Enzyme für den therapeutischen Einsatz. Um toxische Wirkungen und allergische Reaktionen zu verhindern, wurde bei der Herstellung durch ein spezielles Verfahren der dafür verantwortliche Eiweißanteil des Giftes weitgehend entfernt. Die in den einzelnen therapeutischen Mitteln enthaltenen Konzentrationen der Toxine sind sehr gering und liegen ungefähr im Bereich einer homöopathischen Sättigung. Die Therapie ist aber ausdrücklich nicht als eine Variante der Homöopathie anzusehen! Da die HET auf natürlichen Ressourcen basiert ist sie ein weiterer therapeutischer Ansatz unserer fundamentalen Betrachtung der Einheit von Körper, Seele und Geist.

Was ist die Lüscher-Color-Diagnostik und Therapie?

Max Lüscher wurde 1923 in Basel geboren, studierte Psychiatrie und promovierte in den Fächern Philosophie, Psychologie und Rechtsphilosophie. Seine Doktorarbeit „Die Farbe als psychodiagnostisches Hilfsmittel“ wurde mit summa cum laude beurteilt. Er praktizierte als Psychotherapeut bis 1965 in Basel und Berlin und lebt seither in Luzern. Dort leitet er das Institut für medizinische Psychodiagnostik und unterstützt die wissenschaftlichen Arbeiten zur Lüscher-Color-Diagnostik und Therapie. Seine Haupttätigkeit ist mittlerweile die Ausbildung von Ärzten und Therapeuten. Die Lüscher-Color-Diagnostik wird in sieben Sprachen unterrichtet und an Universitäten in Russland, Polen, Ungarn, Rumänien, Tschechoslowakei, Slowakei, Dänemark, Finnland, Norwegen, Österreich, Italien, Deutschland, Schweiz, USA (Yale, Boston), Chile, Peru und Argentinien eingesetzt.

Die Wahrnehmung von Farben ist eine für alle normalsichtigen Menschen universell gültige Sinnesempfindung. Sie ist unabhängig von subjektiven oder kulturellen Erfahrungen. Sie ist auch unabhängig von Alter und Geschlecht. Die Farben werden im limbischen System des Zwischenhirns registriert, z.B. Orangerot als anregend, hingegen Dunkelblau als beruhigend.

Weil Farbe physiologisch wahrgenommen wird und nicht projiziert oder gedeutet wird, ist der Lüscher-Color-Test kein „projektiver“, sondern ein objektiver und wissenschaftlich valider Test. Warum eine bestimmte Farbe, z.B. ein helles Blau besser gefällt als ein dunkles Blau, ist eine nicht bewusste Entscheidung. Der Grund für die Sympathie besteht in der Übereinstimmung zwischen der Sinnesempfindung die eine Farbe vermittelt und dem emotionalen Zustand des Betrachters. Die jeweilige Wahl macht den emotionalen Zustand und damit die Bedürfnisse, Motivationen, Frustrationen, Ängste, Kompensationen und die innere Haltung in unterschiedlichen Lebensbereichen sichtbar und verständlich. Der Lüscher-Color-Test zeigt den Menschen so wie er wirklich ist. Sie ermöglicht in wenigen Minuten eine hoch differenzierte Analyse in genau definierten Bereichen des Verhaltens. Wegen ihrer Objektivität und Validität ist die Methode in allen Kulturen gültig. Sie ist in der Welt eine der am weitesten verbreiteten psychophysiologischen Persönlichkeits-Diagnostiken. Sie wird in der allgemeinen Psychiatrie, der Gerichtspsychiatrie, der psychosomatischen Medizin und in allen Bereichen der Psychologie eingesetzt.

Naturheilkunde-Luscher-ColorDie Möglichkeiten dieses genormten Testverfahrens ergänzen unsere osteopathische Arbeit sinnvoll. Informationen über die unbewusste innere Haltung des Menschen und seine entsprechend motivierten Gewebsreaktionen können kausal betrachtet werden. Chronisch rezidivierende Symptome können verständlich werden sofern keine offensichtlicheren Ursachen vorliegen, oder bisher übersehen wurden.

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Behandlungsablauf, Kosten und Abrechnung

Die erste Behandlung dauert ca 60 Minuten und hat zum Ziel nach eingehender Diagnostik einen Therapieplan zu erstellen. Ob und in wieweit Folgebehandlungen notwendig sind wird individuell ermittelt und besprochen. Hieraus ergeben sich auch zu erwartende Kosten. Der therapeutischen Leistung wird ein Stundenhonorar von ca 75-80 Euro zugrunde gelegt. Etwaige Heilmittel sind nicht enthalten und werden gesondert berechnet oder verordnet. Die Liquidation der Behandlung erfolgt nach der Gebührenordnung für Heilpraktiker (GebüH) und ist

erstattungsfähig durch private Krankenkassen, Beihilfestellen und private Zusatzversicherungen. Eine 100%-ige Erstattungsgarantie können wir nicht übernehmen, da der Vielzahl individueller Versicherungsverträge und interner Abrechnungsrichtlinien der Kostenträger unsererseits nicht Rechnung getragen werden kann. Bitte informieren sie sich möglichst vor Behandlungsbeginn bei ihrer Versicherung. Ohne eine etwaige Versicherung gilt eine Konsultation als Selbstzahlungsvereinbarung und unsere Leistungen sind als „privates Vergnügen“ zu betrachten.